Für meine Brillenreparatur hatte ich kurzerhand in unserem fränkischen Discounter einen Sekundenkleber gekauft.
Die Gefahrenhinweise hatte ich gelesen, und als Einkomponentenkleber (mit Cyanacrylat) sind mir der Gesundheitsgefahren bewusst. Schutzmaßnehmen: Schutzbrille, nur im Freien kleben, Handschuhe.
Als Teil#2 der Kleben-Serie hier ein paar Detail-Infos zu diesem Sekundenkleber:
Cyanacrylat klingt irgendwie harmlos, nach einer hellblauen Acrylfarbe auf Wasserbasis, “was doch nicht gefährlich sein kann”. Aber das Gegenteil ist der Fall. Zumindest ist er weniger gefährlich als Epoxidharz (s.u. Zusammenfassung).
Was steht denn da im Kleingedruckten und was bedeutet es?
Am wichtigsten sind (neben den H- und P-Sätzen) die 2 Infos davor:
Ethyl-2-cyanacrylat und die UFI-Nummer.
UFI-Nummer für Notfälle & Unfälle
Giftnotrufzentralen, Krankenhäuser & Co. können mit diesem 16-stelligen Code die genaue Rezeptur eines Gefahrstoffs abfragen, und wissen dann genau, welche Chemikalien enthalten sind. Dieser Rezepturenidentifikator ist seit 2021 Pflicht in der EU.
Der Nachteil bei solchen 10er-Packungen: Man nimmt die 1. von 10 Tuben raus, und schmeißt die Verpackung in den Müll - und weg ist die UFI-Nummer, falls man sie brauchen sollte. Deshalb also irgendwo griffbereit halten!
Weil ich die restlichen 9 Tuben dem RepairCafé spende, spende ich hiermit gleich die notwendigen Infos dazu. Hiermit auch die Info-Spende ans öffentliche WeltWeiteWeb, falls jemand danach suchen sollte
:
Mit der Entsorgung der Verpackung würden auch alle wichtigen Infos verloren gehen. Deshalb sind diese Infos in unserer Nextcloud dauerhaft zum Nachlesen archiviert. 3 Fotos, die mehr als 1000 Worte sagen ![]()
https://cloud.makes-hacks-hip.de/s/4nrXm9KBKzGgiN2
Ethyl-2-Cyanacrylat
Das ist wahrscheinlich der häufigste Inhaltsstoff bei einkomponentigen Sekundenklebern. Aber wie gefährlich ist er wirklich? Dafür gibt es eine tolle Chemikalien-Infoseite, GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung):
=> https://gestis.dguv.de/search
Da könnt ihr Chemikalien suchen und erhält detaillierte Infos zum Gefahrenpotenzial, aber v.a. wie mit dieser Chemikalie dann gefahrlos gearbeitet werden kann. Einfach Stoffnamen anfangen einzutippen, bis der Name unten angezeigt wird:
Da erfährt ihr dann, dass das Einatmen der Dämpfe und der Hautkontakt weniger ein Problem ist (im Gegensatz zu 2K-Epoxidharz-Klebern), sondern vielmehr die Dämpfe, die schwere Augenreizungen hervorrufen können. Deshalb die Empfehlung auf der Verpackung nur im Freien zu kleben, zusätzlich lt. IFA: Gestellbrille mit Seitenschutz verwenden.
Zusammenfassung:
Weniger gefährlich als 2K-Kleber (kein Atemschutz und keine spez. Chemie-Handschuhe erforderlich), aber unbedingt Schutzbrille wegen Augenreizungen, sowie Handschuhe verwenden. Idealerweise nur im Freien benutzen.




