E-Lektron EL38-M

Hier werden dann wohl noch weitere Anleitungen folgen, weil diese portable E-Lektron-Box (Sound-System Pro-Series) 2-3 Macken hat, die wir im RepairCafé beheben möchten.

Zuerst einmal die Basis-Infos: Wie sieht es aus? Typenschild?

Dann wird die erste Frage sein: Wie kann das Gerät geöffnet werden? Kurz:

  • Frontseite: komplette Deckel abnehmen, incl. 2 Boxen (Hochtöner, Tieftöner)
  • Rückseite:
    • Teleskop-Haltegriff abschrauben
    • Elektronikmodul ausbauen.

Aber die Meisten werden wohl gerne wissen:
Was erwartet euch beim Öffnen? Deshalb hier die Einzel-Schritte übersichtlich bebildert :wink:


#1 Front-Deckel abnehmen (Gerät öffnen)

  1. Um den Frontdeckel abnehmen zu können, müsst ihr von der Rückseite her 14 Schrauben entfernen (5 links, 5 rechts, 2 oben, 2 unten).
  2. Frontdeckel vorsichtig abnehmen; es hängen noch Kabel an den Boxen.
    => 2 Stecker abziehen. Dann kann der Frontdeckel zur Seite gelegt werden.

Damit habt ihr schon mal einen ersten Überblick, wie das Innenleben im Gehäuse aussieht: Elektronikmodul (Rückseite) sowie Akku (links unten).


#2 Rückseite / Elektronikmodul (Gerät öffnen)

  1. Teleskop-Haltegriff | Element: 4 Schrauben entfernen.
    => Der ausziehbare Haltegriff kann abgenommen werden.
  2. Elektronik-Modul: 12 Schrauben entfernen.
    =>Die Metallplatte kann vorsichtig abgenommen werden. Achtung: 6 Kabel! Sie sind aber lange genug, um die Platte umgedreht daneben hinstellen zu können.
  3. Optional: Die Boxen-Kabel sind mit 2 Steckern auf der Platine angeschlossen: 2x Boxen (je 1x Hochtöner & Tieftöner), 1x Akku (2 Stecker). Bei Bedarf abziehen.


Die o.e. 2-3 bekannten Macken/Defekte dieses Geräts:

(1) Beim Einschalten knallt der Lautsprecher bzw. auch bei der Nutzung von Mikrofonen. Kondensatoren defekt? :face_with_monocle:

(2) Gebrochene Befestigung Tragegriff zur Box: Wie reparieren? Schauen wir mal …
Sowas ginge auch ruckzuck mit Kabelbindern und/oder Schrauben - schaut nur nicht schön aus :innocent: . Also ev. den oberen Quersteg 3D-modellieren und per 3D-Druck nachbauen? :smiling_face_with_sunglasses:

(3) Der Akku schwächelt. Austauschen? :roll_eyes:

Gestern haben wir uns die E-Lektron-Box mal genauer angesehen - und siehe da: Da war der Vorbesitzer wohl schon öfters dran gesessen.

Vorgeschichte: Dieses Sound-System hatte ich bei einem Kleinanzeigen-Portal günstig gekauft - angeblich hätte alles problemlos funktionieren sollen; nur der Bruch des Haltegriffs war vor dem Kauf bekannt. Erster Funktionstest: Knall! beim Einschalten :wink: und Rauschen/Knallen bei einem Sprachtest mit angestecktem Mikrofon - Erstdiagnose: wahrscheinlich „nur 1 Kondensator“?

Aus dem „1-Kondensator-suchen-und-tauschen“ (= Übeltäter fürs Knallen?) wollen wird wohl nichts, sondern doch eine größere Reparatur-Aktion :astonished_face: bzw. gleich eine Generalüberholung.

Denn mit einem Komponenten-Tester in der RC-Werkstatt hätte man den 1 Übeltäter in (sogar eingebautem Zustand) schnell testen und finden können, aber der erste Schnappschuss lässt Böses erahnen:

Diese klebrige Siffe gehört da nicht rein, und nach einem ersten Blick auf die Kondensatoren/Elkos scheint der Großteil von der Kondensatoren-Pest betroffen zu sein: zwar noch nicht aufgeplatzt, aber ‚nicht mehr ganz flach‘. Am besten wäre es vielleicht, gleich alle zu tauschen - rein prophylaktisch.

An den Strom-Anschlüssen bei den 2 Boxen erkennt man auch gleich, dass jemand anderer da schon rumgebastelt haben muss: Keine Steck-Stecker mehr, sondern einfach nur aufgelötet.

Anschluss Tieftöner-Box gelötet:

Anschluss Hochtöner-Box gelötet:

Hier noch ein Schnappschuss vom Bruch des Teleskop-Haltegriffs - das ist nach o.e. Problemchen dann wohl eher nebensächlich:

Tja - die Meisten würden jetzt einfach die Ersatzteile neu kaufen und austauschen, aber [1.] summiert sich das auf ca. 180 Euro. Zudem wollen wir Neukäufe ja tunlichst vermeiden und [2.] selber reparieren. Beim Elektronikmodul lässt sich viel Geld sparen (Neupreis knapp 130 Euro), weil alles andere noch einwandfrei funktionieren dürfte.

Deshalb mache ich jetzt gleich ein Bastelprojekt daraus. Hat für mich keine Eile. So werde ich alles mal testen, schön brav ein Schritt nach dem anderen, und für euch hier auch dokumentieren.

Mein ToDo fürs nächste Wochenende: Liste mit allen Werten der verbauten Kondensatoren erstellen. Damit kann ich dann einen Komplettsatz mitbestellen (kostet weniger als 5 Euro) und prophylaktisch austauschen. Maximal € 5,- klingt schon mal besser :smiling_face_with_sunglasses: als das komplette Elektronikmodul um knapp € 130,- neu zu kaufen.

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